thomas mann tod in venedig







Alexander von Humboldt: Alles ist Wechselwirkung

Ralf Knapp Text
Michael Rettig Klavier




Alexander von Humboldt: "Die Natur muss gefühlt werden. Wer sie nur sieht und abstrahiert, wird die Natur zu beschreiben wissen, ihr selbst aber ewig fremd sein."

4.April 1800
So weit das Auge reichte, dehnte sich eine ungeheure Wasserfläche, einem See gleich, vor uns aus. Wind und Strömungen brachten in ihrem wechselseitigen Kampf Wellenkämme von mehreren Fuß Höhe hervor. Das durchdringende Geschrei der Reiher, Flamingos und Löffelgänse, wenn sie in langen Schwärmen von einem Ufer zum anderen ziehen, erfüllte nicht mehr die Luft. Die ganze Natur schien weniger belebt. Kaum bemerkten wir in den Wellentälern hie und da ein großes Krokodil...

Über Humboldt und Goethe, über die Reise auf dem Orinoco, die Besteigung des Chimborazo und über Humboldts Sicht auf Kolonialismus und Sklaverei





"Rückkehr nach Reims" - nach dem Roman von Didier Eribon

Ralf Knapp Text
Michael Rettig Klavier
Riccardo Castagnola Live Elektronik



Zwanzig Jahre hat er seine Familie nicht gesehen, als der französische Soziologe Didier Eribon anlässlich des Todes seines Vaters zum ersten Mal wieder nach Reims reist. Das ist der Ausgangspunkt einer schonungslosen autobiographischen Recherche: Über sexuelle und soziale Scham, über das Arbeitermilieu, aus dem er kommt, und vor dem er als junger Homosexueller flieht. Über das akademische Umfeld, an das er sich in Sprache und Gestus anpasst und vor dem er seine soziale Herkunft versteckt. Über die eigene Familie, die früher mit Stolz links, jetzt aber resigniert Front National wählt. Eine Recherche, die nach den Ursachen des Aufstiegs des Rechtspopulismus fragt und dabei nicht mit Kritik an einer Linken spart, die sich von großen Teilen der Arbeiterschaft habituell wie politisch entfremdet habe.
Ein Dialog zwischen einem Schauspieler und zwei Musikern.



Rosa Luxemburg Briefe: "So eben ist das Leben"

Franziska Mencz Rezitation
Michael Rettig Klavier
Miran Zrimsek Cello


"Damals glaubte ich fest, dass das Leben, das richtige Leben irgendwo weit ist, dort über die Dächer hinweg. Seitdem reise ich ihm nach, aber es versteckt sich immer hinter irgendwelchen Dächern." Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg - klein, dunkelhaarig und hinkend - faszinierte durch sprechende Augen, mitreißendes Temperament und intellektuelle Brillanz .
Ihr Leben war aufreibend und konfliktreich. Sie konnte zugleich freundlich und grob, verständnisvoll und jähzornig, bescheiden und überheblich, heiter und depressiv sein.
Für ihr entschiedenes Eintreten gegen den Militarismus geht sie jahrelang ins Gefängnis. Der Sozialismus, den sie meint, ist Humanismus, Demokratie und Freiheit. Im Januar 1919 wird sie mit stillschweigender Duldung von Regierungskreisen brutal ermordet.
Ihre Reden gelten als Glanzstücke der Rhetorik. Ihre Briefe sind poetische Zeitdokumente. Sie zeigen tiefe Empathie für alles Lebendige und einen - auch in tiefstem Schmerz - unerschütterlichen Optimismus.
Vielleicht das Wichtigste aber, was Rosa Luxemburg hatte war dies: Rückgrat....



Elena Ferrante - Meine geniale Freundin

Franziska Mencz Rezitation
Michael Rettig Klavier
Miran Zrimsek Cello


Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich. Lila und Elena sind schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.



Paul Auster - Winterjournal

Ralf Knapp Rezitation
Michael Rettig Klavier
Miran Zrimsek Cello


Paul Auster spricht aus, was seine Hand, seine Füße, seine Glieder im Verlauf eines langen Lebens getan haben. Er lässt seine Liebesbeziehungen Revue passieren: viele zunächst und dann - dreißig Jahre lang - nur noch die eine, große Liebe. Die Kinder, die Abtreibungen, die Krankheiten. Er spricht über die Begegnungen mit dem Tod: ein Sturz als Junge, eine Herzattacke, ein Autounfall. Über die Körperlichkeit auch, die unendliche Empfindlichkeit jenes physischen Systems, das uns am Leben erhält und über das wir so wenig nachdenken, solange es funktioniert. Alkohol, Zigarillos, Süchte - all die Versuchungen, dieses System auszutricksen, sich dem Verfall, dem Alltag zu entziehen.



Jenny Erpenbeck - Aller Tage Abend

Franziska Mencz Rezitation
Michael Rettig Klavier
Miran Zrimsek Cello


Ein jüdisches Kind stirbt 1902 im galizischen Brody. Oder doch nicht? Stirbt als unglücklich Liebende im Wien des Jahres 1919. Oder doch nicht? Stirbt 1938 als Verratene während der Zeit der Schauprozesse in Moskau. Als hochgeehrte Schriftstellerin in der DDR, als von allen Vergessene in einem Altersheim nach der Wende. Oder doch nicht?



Thomas Mann - Buddenbrooks

Ralf Knapp Rezitation
Michael Rettig Klavier


"Mein in Deutschland poulärstes Buch sind ja ohne Zweifel die Buddenbrooks, und es kann sein, dass in meinem eignen Lande mein Name immer vorzugsweise mit diesem Werk verbunden sein wird" (Thomas Mann)



Thomas Mann - Der Zauberberg

Ralf Knapp Rezitation
Michael Rettig Klavier
Miran Zrimsek Cello


Geplant als Novelle, als heiteres Gegenstück zum »Tod in Venedig«, entstand mit dem »Zauberberg« einer der großen Romane der klassischen Moderne. Ein kurzer Besuch in einem Davoser Sanatorium wird für den jungen Hans Castorp zu einem siebenjährigen Aufenthalt. Die zeitentrückte, atmosphärisch von Krankheit und Tod geprägte Berg- bzw. Sanatoriumswelt wird zur Bühne für die europäische Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg und zu einer faszinierenden Reflexionen über das Phänomen der Zeit.




Thomas Mann - Der Tod in Venedig

Ralf Knapp Rezitation
Michael Rettig Klavier
Miran Zrimsek Cello


Der nicht mehr junge Schriftsteller Gustav Aschenbach reist, von plötzlichem Fernweh und Reiselust erfasst,  nach Venedig. In der schwül-fiebrigen Atmosphäre der Lagunenstadt steigert er sich in eine unerfüllbare Liebe... 
Ralf Knapp "liest mit atemberaubender Eindringlichkeit". (Weserkurier)

Ralf Knapp > Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik +++ 1984-1990 Regieassistent, Schauspieler und Regisseur am Bremer Theater +++ 1990-1995 Oberspielleiter im Schauspiel des Stadttheaters Hildesheim +++ 1995-2002 Künstlerischer Leiter des Jungen Theaters Bremen +++ seit 2002 Künstlerischer Leiter des Bremer Ensembles +++ seit 2010 Künstlerischer Leiter des Bremer Kriminaltheaters.
Gastinszenierungen an den Stadttheatern von Braunschweig, Bremerhaven, Hagen, Hildesheim, Lübeck, Regensburg, am Theater für Niedersachsen, dem Theaterschiff Bremen, der Komödie Kassel und der Leipziger Pfeffermühle.