konzert

Denken wie ein Berg

Musikperformance

2021 Güterbahnhof Bremen, Tor 40

Michael Rettig, Klavier, Leitung
Gernot Frischling, Tanz – Pantomime
Franziska Mencz, Text
Clovis Michon, Cello
Riccardo Castagnola, Live-Elektronik
Jin Kim, Violine
Kai Kowalewski, Flügelhorn

Natur, nicht als das Andere, sondern als ein gemeinsam geteilter und deshalb gemeinsam zu teilender Atemraum. Der Mensch, nicht isoliert, sondern mit fließenden Grenzen zu unzähligen anderen Wesen. Ein Tänzer, der sich pantomimisch einem Schmetterling, einem Raben, einem Stein anverwandelt. Sounds aus der ökoakkustischen Forschung von Regenwürmern, von einem gesunden im Gegensatz zu einem kranken Wald, aber auch ein einfacher Bienenschwarm im Dialog mit Klavier, Cello, Geige und Liveelektronik.
Hat ein Zitronenfalter eine Psyche? Kann ein Berg denken? 
„Alles fühlt“.Ein alter Gedanke, der aber, und das ist das Neue, heutzutage auch in der zeitgenössischen Biologie zunehmend verfolgt wird. 

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Was also ist die Zeit?

Satie, Glass, Pärt, Mompou, Messiaen – ein Textkonzert

Neubearbeitung 6.3.2020 Hochschule für Künste, Bremen 

Michael Rettig, Klavier
Clovis Michon, Cello
Franziska Mencz, Text

Satie, Pärt, Glass, Mompou und Messiaen. Mit kurzen Texten von Rüdiger Safranski, Thomas Mann und Rainer Maria Rilke.
Sie kommen aus unterschiedlichen Himmels-richtungen, sind geprägt von westlicher Moderne oder östlicher Tradition und vermessen doch alle die Magie von Einfachheit und Wiederholung. Die Zeit wird gedehnt oder scheint still zu stehen. 
Erik Satie, der in jüngster Zeit wieder eine Renaissance erlebt, hat sich einen Kinderblick auf die Welt bewahrt: klar, schlicht und frei von Dramatik. Arvo Pärts Glockenstil entführt in spirituelle Räume der Reinheit und Stille. Philip Glass repetitive Musik entfaltet eine fast hypnotisch-pulsierende Wirkung. Federico Mompous „Cants magics“ entführen in die Geheimnisse seiner katalanischen Kindheit. In Olivier Messiaens langsamem Satz aus seinem berühmten, in deutscher Kriegsgefangenschaft komponierten „Quatuor pour la fin du temps“ erscheint die Zeit aufgehoben, nicht mehr von dieser Welt. 
Satie: „Gnossiennes“, (bearbeitet für Klavier und Cello), Pärt: „Spiegel im Spiegel“ für Cello und Klavier, Glass: „Metamorphosis 1-3“ (bearbeitet für Klavier und Cello), Mompou: „Cants magics“ (bearbeitet für Klavier und Cello), Messiaen: „Louange a l’immortalite de Jesus“ für Klavier und Cello. 
 
Gefördert durch die Waldemar Koch Stiftung, die Sparkasse Bremen und die THERA-Stiftung.

Horizont

Premiere 28.6. 2019, Schwankhalle Bremen

Michael Rettig, Klavier
Clovis Michon, Cello
Jin Kim, Violine

Gast: Riccardo Castagnola, Elektronik

Auf den Spuren einer zeitgenössischen Romantik. Melodiös, lyrisch, neoklassisch – überwiegend kontemplativ mit gelegentlichen Ausbrüchen. Zwischen Minimalismus, Avantgarde, und klassischer Kammermusik. Musik, die atmen lässt und die Zeit aufhebt. 

Silence

Premiere 27./28.10.2017, Schwankhalle Bremen 

Riccardo Castagnola, Elektronik
Michael Rettig, Klavier
Miran Zrimsek, Cello

Eine große Salzfläche zwischen Weiß, Blaugrau und Grüngrau. In diesem Ambiente machen Michael Rettig (Klavier), Miran Zrimsek (Cello) und Riccardo Castagnola (Elektronik) Zustände von Stille hörbar: gespannte, unheimliche, friedliche, nächtliche … völlige Stille.
Gespielt werden Bearbeitungen von ursprünglich für Klavier geschriebenen Stücken, darunter ›Sacred Hymns‹ von Georges I. Gurdjieff, ›Gnossiennes‹ von Eric Satie, ›Für Alina‹ von Arvo Pärt sowie Stücke von Howard Skempton, Hans Otte und Eigenkompositionen. 

Gefördert durch die Waldemar Koch Stiftung, die Sparkasse Bremen und die THERA-Stiftung. 

Sehnsucht: HEIMAT

Premiere 17.6.2016, Schwankhalle Bremen 

Michael Rettig, Klavier
Miran Zrimsek, Cello

Ausgangspunkt für unser neues Konzertprogramm ist die Frage nach HEIMAT als einem Ort der Sehnsucht. Mit den Worten von Ernst Bloch: „Was jedem in die Kindheit scheint und wo noch keiner war: Heimat.“ Entstanden sind 2 kurze, sehr persönliche Videos, sowie 12 neue Stücke für Klavier und Cello. Gedanken, Erinnerungen, die um Sehnsüchte, Heimweh, Fernweh, um die Suche nach Heimat kreisen. Die Musik bewegt sich auf den Spuren einer zeitgenössischen Romantik. Kompositionen, die einen atmen lassen und die Zeit aufheben. Zwischen Minimalismus und Avantgarde, zwischen klassischer Kammermusik und ambitioniertem Pop. „Verinnerlicht – so schön, dass sie manchmal schmerzt.“ (Weserkurier) 

Mit freundlicher Unterstützung der Waldemar Koch Stiftung und der Sparkassenstiftung Bremen 

Nachthimmel

Michael Rettig, Klavier
Miran Zrimsek, Cello

Open air, Nachtkonzert, Juli 2014. Livemitschnitt

Trailer

„Es geht einem das Herz auf………..Ergreifende Kompositionen und die eher seltene Gelegenheit, den Original-Aufnahmen von kosmischen Geräuschen zu lauschen, verbanden sich zu einem Erlebnis mit Tiefgang“
Weserkurier >

Eine poetische Reise für Cello und Klavier durch die Nacht mit einem kurzen Zwischenspiel des Physikers Stephen Hawking und Honor Harger über den Klang der kosmischen Hintergrundstrahlung und den Urknall.
Melodiös, lyrisch, neoklassisch. „Es geht einem das Herz auf……Ergreifende Kompositionen und die eher seltene Gelegenheit, den Original-Aufnahmen von kosmischen Geräuschen zu lauschen, verbanden sich zu einem Erlebnis mit Tiefgang“. (Weserkurier). Als CD erschienen im Juli 2014.

HÖREN: soundcloud.com ->   KAUFEN:  i-Tunes ->

Januar 2014, Schwankhalle Bremen. Mit freundlicher Unterstützung Thera-Stiftung Bremen.

„Das Weltall, wir alle wissen, wie es aussieht, aber wir wissen nicht, wie es klingt. Die meisten Menschen assoziieren das Weltall mit Stille. Doch die Geschichte wie es uns gelang, das Universum zu verstehen, ist nicht nur eine Geschichte des Sehens, sondern auch des Hörens…
Das mysteriöse Geräusch, das die Astronomen Penzias und Wilson hörten, war schließlich das älteste und bedeutendste Geräusch, das jemals gehört worden war. Es war die kosmische Strahlung, die vom Entstehen des Universums zurückgeblieben war. Das war der erste experimentelle Beweis für die Existenz des Urknalls und dafür, dass das Universum zu einem genauen Zeitpunkt vor zirka 14.7 Milliarden Jahren entstanden war. Unsere Geschichte endet also am Anfang — am Anfang aller Dinge, dem Urknall.“ 
Honor Harger: Eine Geschichte des Universums durch Klang >

Caspar David: Der Wanderer – ohne Kompass gehen

Jobst von Berg, Video
Michael Rettig, Klavier
Tao Song, Cello

Ein Konzertprogramm für Klavier, Cello und Video. Inspiriert von Arvo Pärt, Philip Glass, Eleni Karaindrou und J.S.Bach. Melodiös, teilweise minimalistisch, romantisch.Jobst von Berg ist mit seiner Videokamera losgezogen. Zu Fuß. Ohne Kompass. Von der Peripherie der Städte, entlang von Industriebrachen und Großbaustellen über Wiesen, durch Wälder, über Höhenzüge, vorbei an einsamen Dörfern durch Hitze und Kälte im Frühling, Sommer, Herbst und Winter hin zum Meer.Die Langsamkeit des Gehens ermöglicht im Gegensatz zur Schnelligkeit, die auf Vergessen und Vermeiden angelegt ist, eine gesteigerte Wahrnehmung von Außen und Innen. Die Durchquerung von äußeren Räumen geht einher mit der Durchquerung innerer Räume. Die Schritte vermessen Raum und Zeit. Der Körper wird zur einzigen festen Koordinate. Die Uhren gehen langsamer.
Heideggers kurzer, höchst aktueller Text „Vom Zuspruch des Feldwegs“ ist in den Film eingesprochen und erzählt vom Zusammenhang zwischen dem Gehen, dem Einfachen und dem Erinnern.“Immer und von überall her steht um den Feldweg der Zuspruch des Selben: Das Einfache verwahrt das Rätsel des Bleibenden und des Großen. Unvermittelt kehrt es bei den Menschen ein und braucht doch ein langes Gedeihen. Im Unscheinbaren des immer Selben verbirgt es seinen Segen. Die Weite aller gewachsenen Dinge, die um den Feldweg verweilen, spendet Welt.“ Martin Heidegger, Der Feldweg, 1954.
Mit freundlicher Unterstützung von: Gerrit und Eka-Meyer-Lausch-Stiftung, Senator für Kultur Bremen, Arbeit-nehmerkammer Bremen. Premiere: Glocke Bremen, September 2012.

Das Meer (2010)

Jobst von Berg, Video
Michael Rettig, Klavier
Miran Zrimsek, Cello

Das Meer. Strand, Schiffe und Häfen. Seit jeher üben sie ihre Faszination auf den Menschen aus – Sinnbilder der Sehnsucht, des Fernwehs und der Unendlichkeit.
Ein Zusammenspiel zwischen Klavier (Michael Rettig), Cello (Miran Zrimsek) und den an der Ost- und Nordsee entstandenen Videos von Jobst von Berg. Zwischen Minimalismus, Byzanz und Anklängen an Philip Glass, Eleni Karaindrou und Astor Piazzolla. Es entsteht eine Situation, in der Klang und Bild gleichwertig in Dialog treten – ein audiovisuelles Konzert.
Mit kurzen Texten von A. Baricco und J. Hamilton-Paterson.
„Wir bleiben Schiffe auf dem Meer / Überhaupt nicht Enten auf einem Teich / Sail on“ (Lawrence Weiner.